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Modeglossar

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Dresscode

Der Dresscode Diese Regeln sollten Sie unbedingt kennen

Der englische Begriff 'Dresscode' lässt sich einerseits schlicht und einfach mit 'Kleiderordnung' übersetzen. Aber andererseits legt er nicht nur fest, was bei bestimmten Berufen oder Sportarten getragen werden soll, sondern auch, welche Art von Kleidung bei einer Einladung oder einem Event erwartet und gewünscht wird. Es entspricht der britischen Vorliebe für gesellschaftliche Regeln und Etikette, dass sich dieser englische Begriff international durchgesetzt hat.

Normalerweise kennen wir alle die gesellschaftlichen Konventionen, nach denen eine angepasste Kleidung zu bestimmten Anlässen angebracht ist: In unserem Kulturkreis trägt zum Beispiel die Braut Weiß, die Trauergäste dagegen Schwarz. Auf einen Ball geht die Dame in Lang, der Herr im Smoking oder dunklem Anzug und zum Vorstellungsgespräch sind Jeans und T-Shirt nicht unbedingt passend. Und wenn Sie einmal sehr unsicher sind, was Sie zu einem besonderen Anlass oder in einem fremden Kulturkreis bei bestimmten Gelegenheiten tragen sollen, informieren Sie sich möglichst umfassend über das Event, das Umfeld, den Gastgeber und die Landessitten. Und halten Sie sich an die Devise: „When in Rome do as the Romans do.“

 

Der Dresscode Warum gibt es ihn?

Im Beruf und Sport haben Kleiderordnungen den Zweck, die Zugehörigkeit nach innen und die Abgrenzung nach außen zu demonstrieren und eine besondere Zweckmäßigkeit festzuschreiben. So soll man den Kellner gut vom Gast unterscheiden, einen weißen Arztkittel aus Baumwolle bei 90 Grad hygienisch waschen und Würde und Autorität eines Richters oder Priesters an ihren Roben bzw. Gewändern ablesen können. Auch in bestimmten Sportarten wie dem Tanz- oder Reitsport werden Kleiderordnungen festgelegt. Und es ist noch gar nicht so lange her, dass im Tennis weiße Kleidung vorgeschrieben war, um in den ursprünglich dunklen "Ballhäusern" besser gesehen zu werden und um den gesellschaftlich "besseren" Status des "weißen Sports" zu dokumentieren - eine Regel, die sich erst allmählich gelockert hat.

Heute gibt es bei besonderen gesellschaftlichen Anlässen schon auf der Einladung entsprechende Hinweise zum Dresscode. So ist zum Beispiel beim berühmten Pferderennen im britischen Ascot am "Ladys’ Day" für die Damen das Tragen eines Hutes vorgeschrieben – eine Aufforderung, der die Damen gern durch das Tragen möglichst extravaganter Kopfbedeckungen nachkommen. Ein Hinweis zum Dresscode ist auch dann sinnvoll, wenn der Gastgeber sicher sein möchte, dass seine Gäste durch ihre Kleidung eine dem Anlass entsprechende gemeinsame Atmosphäre schaffen und sich niemand "underdressed" oder "overdressed" fühlen muss.

Der Dresscode ist also wichtig und sollte eingehalten werden. In bestimmten Kontexten kann es sogar sein, dass die Nichtbeachtung des Dresscodes, selbst wenn er nur stillschweigend vorausgesetzt wird, zum Ausschluss eines Besuchers oder Gasts führt. Der Herr ohne Krawatte wird nicht ins Spielkasino, die tief dekolletierte Dame nicht in den Petersdom und selbst ein Roger Federer nicht mit orangefarbenen Schuhsohlen auf den Tenniscourt gelassen.

 

Andere Länder, andere Sitten Dresscodes von Übersee

Die Standards für den Dresscode können sich je nach Land oder Region unterscheiden. Um einen modischen Fauxpas zu vermeiden, ist es wichtig, besonders im Geschäftsleben einige der wichtigsten Regeln fremder Kulturen zu kennen.

So sollten in arabischen Ländern Frauen keine zu körperbetonte Kleidung tragen, wenn sie als Geschäftspartnerinnen ernst genommen werden wollen. Ausgeschnittene Oberteile oder solche, die die Arme unbedeckt lassen, sind verpönt und Miniröcke ein absolutes Tabu, ganz gleich, wie heiß es draußen ist. Im Iran gilt die Krawatte als christliches Symbol und wird daher nicht gern gesehen. In den Golfstaaten ist sie dagegen erlaubt, sollte aber keine Muster mit Kreuzen oder anderer religiöser Symbolik haben.

In Japan dagegen ist die Krawatte das Zeichen für einen Kaufmann, und ein Herr ohne Krawatte als Geschäftspartner wird erst gar nicht ernst genommen. In traditionellen japanischen Restaurants zieht man in der Regel die Schuhe aus. Daher werden elegante und leicht auszuziehende Markenschuhe hier sehr gern gesehen. Da man das Essen oft auf den Knien einnimmt, sollten Damen auf einen Rock achten, der dies ohne Peinlichkeiten mitmacht. Ähnlich verhält es sich mit BH und Strumpfhosen, die eine Dame auf keinen Fall weglassen darf.

Das Tragen schwerer Uhren und auffälligen Schmucks gilt in China nicht als Angeberei, sondern als sinnvolles Zeichen einer Respekt einflößenden und gesellschaftlich anerkannten Persönlichkeit.

In den eher prüden USA werden Dresscodes im Geschäftsleben meist explizit formuliert. So sind Feinstrumpfhosen, BHs, mindestens knielange Röcke und geschlossene Schuhe für die Dame Pflicht. Für die Herren ist im Büroalltag meist "business casual" mit Hemd und Anzug oder Kombination, ruhig auch ohne Krawatte, angesagt.

In Lateinamerika wird im Geschäftsleben trotz hoher Temperaturen sehr formelle und konservative Kleidung erwartet. Die Herren tragen klassisch Anzug mit Hemd und Krawatte, und die Damen Rock oder Kostüm, lieber keinen Hosenanzug. Kurze Hosen und Sandalen sind hier ein absolutes No-Go. Außerdem fällt es den modebewussten Menschen hier negativ auf, zweimal hintereinander das gleiche Outfit zu tragen.

 

Geschichtsstunde Wie entwickelten sich Dresscodes über die Zeit?

Schon in der Antike gab es Kleidervorschriften, die den gesellschaftlichen Status dokumentierten. Seit dem 13. Jahrhundert wurden sie in Europa vielfach auch gesetzlich geregelt; Vorreiter waren hier Italien, Spanien und Frankreich. Viele Dresscodes regelten die Privilegien der höheren Stände, wie zum Beispiel das Tragen von Pelz, edlen Stoffen wie Spitze und Brokat, Schmuck oder Perücken. Auch aus religiösen oder moralischen Gründen wurden Verbote erlassen. So wurde Frauen im Mittelalter in einigen deutschen Städten zum Beispiel langes und offen getragenes Haar verboten.

Solche Kleiderordnungen erließen kommunale und nationale Regierungen bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Im Zuge der Aufklärung und mit der Französischen Revolution wurden diese Vorschriften allmählich abgeschafft. Heute bestehen Dresscodes als festgelegte Vorschriften bei uns nur noch im Rahmen von formellen gesellschaftlichen Veranstaltungen, in beruflichen und religiösen Kontexten oder im Sport.

 

Das kleine Dresscode-Einmaleins Was muss man unbedingt wissen?

Hauptsächlich in zwei Bereichen gibt es heute festgelegte und kodifizierte Kleidervorschriften: international bei formellen Gesellschaften und im angelsächsischen Raum auch im Berufsleben.

Bei formellen und großen gesellschaftlichen Veranstaltungen werden meist ganz genau geregelte und minutiös bestimmte Dresscodes angewandt. Wenn Sie also auf einer Einladung einen der folgenden Begriffe sehen, müssen Sie sich entsprechend kleiden, um keine gesellschaftlichen Fauxpas zu begehen.

Als „Großer Gesellschaftsanzug“ (engl. „white tie“, frz. cravate blanche“) wird der große Abendanzug mit Frack bezeichnet. Die Dame begleitet den Herrn im langen Ballkleid. Als Pendant für den Tag trägt der Herr einen Cutaway oder kurz Cut.

Als „Gesellschaftsanzug“ (engl. „black tie“, frz. cravate noire“) wird der sogenannte kleine Abendanzug mit Smoking bezeichnet. Die Dame trägt dazu ein langes Abendkleid, das diesmal etwas freizügiger sein darf. Der entsprechende Gesellschaftsanzug tagsüber ist der Stresemann.

Die schlichteste Variante ist die informelle Abendgarderobe. Dabei trägt der Herr einen schwarzen oder dunklen Anzug mit einfarbigem Hemd und die Dame ein elegantes Kleid, je nach Anlass ein Etuikleid oder ein „kleines Schwarzes“.

Wenn der Begriff „ Bieranzug“ bzw. „leichter Bieranzug“ auf der Einladung steht, sind eine Kombination aus Jackett und Hose mit Poloshirt oder Hemd bzw. eine Freizeithose (auch Jeans) mit Poloshirt oder Hemd plus legerem Jackett oder Strickjacke gemeint.

In einer Gesellschaft, in der traditionell die Männer die gesellschaftlich relevanten Rollen bekleideten, betreffen die engen und festgelegten Grenzen dieser Dresscodes auch heute noch strenger die Kleidung des Mannes als die der Frau. Die Dame genießt dagegen viel mehr Freiheiten und darf zwischen langem Abendkleid, festlichem kurzem Kostüm, Etuikleid oder Cocktailkleid variieren.

Der Businessdresscode unterliegt nicht ganz so strengen Regeln wie der gesellschaftliche Dresscode, aber auch hier muss man bestimmte Dos and Don‘ts beachten. Es gilt: Je höher die Position, desto mehr Wert sollte man auf korrekte Kleidung legen.

Das klassische Business Outfit für den Herrn besteht aus Anzug mit Krawatte.
Die Dame trägt Kostüm oder Hosenanzug mit Bluse. Bei hohen Temperaturen ist auch ein schlichtes Etuikleid angebracht. Feinstrumpfhosen und geschlossene Schuhe sollten aber niemals fehlen. Der klassische Business Dresscode kann aber meist durch die etwas legereren „business casual“ und „smart casual“ abgewandelt werden.

 

Dresscode-No-Gos Was geht nie?

Generell gilt, dass man bei jeder Art von Kleidung die - unausgesprochenen - Regeln des guten Geschmacks sowohl in modischer als auch moralischer Hinsicht nicht verletzen sollte. Das gilt besonders im Büro, wo helle Socken zum dunklen Anzug, kurze Hosen mit Sandalen und Sportsocken, offene Hemden mit Kettchen auf behaarter Brust oder Miniröcke, bauchfreie oder transparente Oberteile, Leggings oder aufreizende Dekolletés tabu sein sollten.

Hier einige der schlimmsten No-Gos im Bereich der gesellschaftlichen Veranstaltungen:

  • Tragen Sie zu dunklen Hosen und Anzügen nur dunkle und farblich abgestimmte Strümpfe. Mit Schwarz liegen Sie immer richtig.
  • Tragen Sie keine kurzen Socken, die das Bein zeigen, sondern längere Kniestrümpfe.
  • Tragen Sie zu Frack und Smoking kein buntes oder gemustertes Hemd.
  • Tragen Sie zu Frack und Smoking niemals einen Gürtel.
  • Tragen Sie zu Frack und Smoking unbedingt Manschettenknöpfe.
  • Zum Frack gehört eine weiße, zum Smoking eine schwarze Fliege.
  • Tragen Sie zu Frack, Smoking und schwarzem Anzug keine braunen Schuhe nach dem Motto „No brown after six“. Klassische schwarze Schuhe sind immer die erste Wahl.
  • Ignorieren Sie nicht die Uhrzeiten: Der Cut(away) wird nur bis 18 Uhr, der Frack nur ab 18 Uhr getragen.