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Modeglossar

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Kunstleder

Kunstleder – kennen Sie die interessanten Fakten?

Moderne Kunstleder sind mehr als nur Ersatz für gegerbte Tierhäute. Die Imitation zeigt sich je nach Qualität dem natürlichen Vorbild sehr ähnlich. Mitunter weist sie Eigenschaften auf, die Naturleder übertrifft. Der Einsatz in Bereichen mit besonderen Belastungsanforderung aber auch in der anspruchsvollen Mode-Branche bestätigen dies. Erfahren Sie mehr!

 

Wie wird Kunstleder hergestellt?

Lederimitat zeigt sich als industriell gefertigte Verbindung von textilem Gewebe. Versehen mit einer Beschichtung aus Weich-PVC, Polyurethan oder Polyester erhält das Produkt in vielfältiger Weise die naturgetreue Optik aller Lederarten. Die Fertigungsart ermöglicht zugleich eine fast uneingeschränkte Einfärbung. Tierfreundlich, jedoch in hohem Maße auf Erdöl angewiesen, sind sowohl Herstellung als auch die spätere Entsorgung nicht unproblematisch. Eine sehr lange Lebensdauer macht diese Umstände jedoch weitgehend wett.

 

Kunstleder und seine Geschichte – Wann wurde es erfunden?

Kunstleder gibt es bereits seit vielen Jahrzehnten. Aus der Not der Vorkriegsjahre heraus entwickelte die deutsche Firma Freudenberg mit Sitz in Weinheim einen Ersatzwerkstoff für Naturleder, das Viledon. Zunächst als Material für Filter und Dichtungen verwendet, erfährt der Ur-Vater des Kunstleders eine schnelle Weiterentwicklung. Noch heute ist die Firma übrigens für die Herstellung der weltberühmten Vileda-Produkte bekannt.

 

Wo findet man Kunstleder?

Kunstleder tritt überall dort auf, wo auch Echtleder verarbeitet wird. Bekleidung, Schuhe und Sitzmobiliar in Wohnung und Fahrzeugen profitieren von der Haltbarkeit beider Varianten. Für Elemente, die der Witterung ausgesetzt werden wie Motorrad-Sitzbänke und Polsterungen auf Booten jedoch bietet einzig Kunstleder dank seiner Beständigkeit gegen Regen und Sonne dauerhaften Bestand. Im klinischen Bereich schätzt man hochwertiges, phtalatfreies Kunstleder als allergikerfreundlichen Bezug von Behandlungsstühlen und Massageliegen. Hoch belastbar verträgt der Stoff Schweiß, Speichel und auch eine lösungsmittelhaltige Desinfektion nach Benutzung ohne Probleme.

 

Kunstleder im Vergleich mit echtem Leder: Was sind die Unterschiede?

Der grundsätzliche Unterschied besteht in der Herkunft der zu verarbeitenden Grundstoffe und ihrem Preis. Während teures Naturleder aus gegerbten Tierhäuten entsteht, startet preiswertes Kunstleder sein Dasein in der industriellen Fertigung. Beide Lederarten sind auf den Einsatz von Chemikalien angewiesen. Chromgerbung und Farbstoffe rechtfertigen bei minderwertigen Echtledern kaum mehr die Bezeichnung Naturprodukt. Während Echtleder atmungsaktiv und hautfreundlich ist, fehlen dem künstlichen Leder diese wertvollen Eigenschaften. Diesen Komfort schätzt die Schuhindustrie und verwendet bei hochwertigen Exemplaren das fußklimafreundlichere Echtleder. Im Regen sind dagegen die wasserdichten Eigenschaften des Kunstleders klar im Vorteil. Kunstleder kann jedoch einen strengen chemischen Geruch aufweisen. Außerdem gelten die im PVC enthaltenen Weichmacher und Lösungsmittel als allergene Auslöser.

 

Kunstleder in der Mode – wo wird es verarbeitet?

Anders als Naturleder kann Kunstleder wie andere Stoffe in beliebigen Breiten hergestellt werden. Muster, Metallic- und Glitzereffekte, Microfaser-Look, Lackoptik und Reptil-Imitat – Kunstleder bedient im Modebereich viele Wünsche. Farbenfrohe Schuhkreationen, ausgefallene SM-Kleidung, Gürtel, exklusive Damen- und Herrenjacken und Hosen sowie strapazierfähige Motorrad-Kombis profitieren von den besonderen Eigenschaften von Kunstleder.