No-Go oder neuer Trend? Mode-Mythen auf dem Prüfstand

Querstreifen machen dick, High Heels sind für große Frauen tabu und Rothaarige sollten niemals Rot-Töne im Outfit tragen – vermeintliche Fashion-No-Gos gibt es bekanntlich viele. Doch die meisten von ihnen sind längst veraltet und überholt. Das beweisen nicht zuletzt auch immer wieder die brillanten Looks prominenter Stil-Ikonen oder die neuesten Schöpfungen von gefeierten Star-Designern. Dennoch haben sich einige Mythen hartnäckig in unseren Köpfen festgesetzt und hindern uns daran, mit den angeblichen Stilregeln zu brechen. Deshalb möchten wir heute mit einigen Modemythen aufräumen und haben Fashion-Bloggerinnen gebeten, die gängigsten Modemythen zu widerlegen.


Mythos #1: Schwarz und Blau passen nicht zusammen

Andrea von Andysparkles

Es gibt viele Regeln oder auch ungeschriebene Gesetze in der Modewelt – eins davon ist, dass Dunkelblau und Schwarz nicht zusammenpassen. Ich muss ehrlich sagen, ich kümmere mich so wenig um Fashion Regeln und No-Gos, bis vor einiger  Zeit war mir dieser Modemythos noch nicht mal bekannt.

Wenn es darum geht, Outfits zu kombinieren, dann mache ich es so, wie ich Lust habe und lasse mich natürlich auch von aktuellen Trends und Street Styles inspirieren. Mode soll Spaß machen und in seinem Outfit muss man sich vor allem wohlfühlen. 

Um diesen Modemythos „Blau und Schwarz“ zu widerlegen, stellte ich mir ein genau solches Outfit aus dem Onlineshop von Bonprix zusammen. Das Outfit habe ich auf die Stiefeletten aufgebaut! Die Chelsea Boots mit der robusten Sohle sind super für den Herbst und dieses Modell ist zudem noch richtig angesagt. 

Das blaue Sweatshirt-Kleid ist kuschelig bequem, sieht super auch mit Strumpfhose im Herbst aus und lässt sich sehr vielfältig kombinieren. Ich mag auffällige Muster nicht so gerne, für den Eyecatcher sorgt bei dem Outfit nämlich lieber die süße gesteppte Mini-Handtasche.

Schwarz und Blau ist hier eine sehr schöne Kombi und der Look eignet sich mit einem schwarzen Mantel auch sehr gut für kältere Herbsttage!


Mythos #2: Jogginghosen sind nur was für zu Hause

Julie von Juliesdresscode

Mythen gibt es viele. Auch in der Modewelt. Jogginghosen seien nicht fashionable, gehören nach Hause aufs Sofa ist einer davon. Wer Jogginghose trägt, der hat die Kontrolle über sein Leben verloren. Zitat Ende. Und Karl is always right. Oder nicht?

Mal ehrlich, jeder liebt Jogginghosen. Und das, obwohl sie einen wirklich schlechten Ruf haben. Sie sind quasi an allem Schuld. Daran, dass es mit der Mode bergab geht. Daran, dass Beziehungen zerbrechen, weil man nur noch ungepflegt in Jogginghosen auf dem Sofa liegt. Und dann stehen sie auch noch für Menschen, die eben absolut die Kontrolle verloren haben. Über sich. Über ihren Stil. Über ihr Leben.

Ist das so? Ich denke ganz im Gegenteil. Wer absolute Kontrolle über sich hat, wer sich sich und seines Styles bewusst ist, der kann auch in Jogginghosen nach draußen. Die Kunst ist doch, aus allem, was man hat, und vor allem aus dem, worin man sich wohlfühlt, einen Look zu machen. Und wenn das an einem grauen, gemütlichen Sonntag eben eine Jogginghose ist - why not?

Ich liebe Stilbrüche, grade das, was in der ersten Idee vielleicht komisch scheint, ist, richtig umgesetzt, oft das, was ein Outfit interessant macht. Also habe ich mir ein Businessoutfit genommen und eine klassische Hose einfach gegen die gemütliche Jogginghose getauscht. Eine weiße Slimfit-Bluse dazu und hohe schwarze Schuhe statt Sneakers, die den Look abrunden. 

Hier noch ein paar Tipps, wie ihr die Jogginghose alltagstauglich stylt: 

Nimm nicht die ausgebeulte alte mit den eingetrockneten Küchenflecken! Auch eine Jogginghose sollte schon nach etwas aussehen. Sauber sein, nicht verwaschen und ausgebeult. Mixe ein schickes Oberteil dazu. Eine weiße Bluse oder ein enges Top, ganz egal. Für kleine Menschen wie mich: lieber oben nicht oversized, in dieser Kombination macht das eher klein und breit. Kombiniere sie mit hohen Schuhen! Pumps machen alles besser. Sie strecken die Beine selbst in der weitesten Hose und machen das Outfit gleich einen Tick eleganter. Setze auf schicke Accessoires! Eine Sonnenbrille unterstreicht den Casuallook. Eine schöne Tasche schafft eine Verbindung zwischen schickem Oberteil und lockerer Jogginghose.

Ich liebe meine Schlumperhosen. Ich finde, für einen Bummel durch die Stadt oder ein Frühstück am Sonntagmorgen ist sie auf jeden Fall tragbar. Jogginghosen gehören aufs Sofa? Ich denke nicht! Und no Karl, I'm not out of control.

- Julie -

P.S.: Sogar Karl hatte in seiner letzten Herbst/Winter-Kollektion Sweatpants. Auf dem Laufsteg getragen von Cara Delevigne. Da braucht's keine weiteren Argumente für die Jogginghose, oder?


Mythos #3: Oben und unten Denim ist ein absolutes No-Go

Verena von Whoismocca

Denim on Denim ist aus der Fashionwelt schon lange nicht mehr wegzudenken. Wir haben schon seit einiger Zeit mit dem veralteten Modemythos aufgeräumt, dass ein „Denim all over Outfit“ ein absolutes No-Go ist. Ganz im Gegenteil. Jeansstoffe werden wie wild drauf los kombiniert und man kann mit verschiedenen Prints, Patchwork-Modellen sowie hellen und dunklen Waschungen tolle Outfits zaubern.

Bei meinem Look habe ich mich dazu entschlossen, einen Denim Jumpsuit zu tragen. Jumpsuits trage ich selten alleine, irgendwie fehlt diesem Einteiler dann meist noch das gewisse Etwas. Also entschied ich mich dazu, zu einem leicht Oversize geschnittenen Jeanshemd mit einer helleren Waschung zu greifen und die beiden Denim Teile miteinander zu kombinieren. 

Durch die Kombination mit einem um die Hüfte gebundenen Hemd bekommt der Jumpsuit mehr Form und wirkt harmonischer. Außerdem legt man so auch den Fokus mehr auf die Taille und den Oberkörper und kann so auch die Hüften geschickt kaschieren. Bei den Schuhen greife ich zu blauen Satin-Pumps mit Waschung. Diese nehmen die beiden Farben der Denim Teile sehr gut auf und zudem verlängern die spitzen Pumps die Beine optisch. 

Wenn ich Denim mit Denim kombiniere, achte ich darauf, dass ich zu unterschiedlichen Waschungen greife. Schwarz in Kombination mit Dunkelblau oder auch Hellgrau in Verbindung mit Hellblau sind meine Favoriten.


Mythos #4: Querstreifen tragen auf

Clara von Fashionvernissage

Dass Querstreifen rein optisch dick machen sollen, hat mir sogar meine Mutti immer nahe legen wollen. Aber ich glaube, dass ich euch durch diese Outfitbilder ganz gut das Gegenteil beweisen kann!

Aber was trage ich da eigentlich und wie kombiniert man Querstreifen richtig? Ich zeig’s euch!

Das Querstreifen-Shirt ist sehr seidig und angenehm an der Haut. Ich habe mich für Schwarz/Weiß entschieden, weil ich hiermit nochmal diesen angeblichen „Dickmach-Effekt“ entschärfen wollte. Die schwarze Hose hat ebenfalls einen Streifen. Fühlt sich ein wenig an wie eine Jogger-Pants und ist super gemütlich! Einen Bürotag und viele Komplimente habe ich also in diesem Outfit schon gut überstanden! Die Schuhe habe ich an das gesamte Outfit angepasst. Mir war es wichtig, dass sie alltagstauglich sind und ein wenig Absatz haben. Streckt die Beine und macht sie rein optisch schlanker – juhu! Und was haben wir da? Einen Apricot Blazer! Wichtig war mir bei diesem Outfit, dass es eine „Hülle“ bekommt. So ganz in Schwarz/Weiß ist doch langweilig und der Blazer rundet das Ganze schön ab! Die Tasche ist perfekt für ein Date mit der Besten nach dem Arbeiten. Es passt nicht viel rein, aber das muss es auch nicht: schick sieht sie aus! Von den Ohrringen bin ich auch sehr begeistert. Ich finde, so längere Hängerchen kommen immer gut bei geflochtenen Frisuren zur Geltung.

Mein Fazit: Ich sehe figürlich immer noch genauso aus wie vorher! Keine versteckten Dickmacher. Eher sehen die Streifen, vor allem in dieser Kombi, sehr elegant aus, wie ich finde.


Mythos #5: Niemals verschiedene Prints kombinieren!

Jana von Mädchenhaft

Ich muss zugeben, dass ich selbst nicht der Mensch bin, der ständig irgendwelche Muster trägt und vor allem nicht mehrere in Kombination. Umso mehr hat mich also genau diese Aufgabe gereizt. Niemals Muster kombinieren? – Oh doch!

Das Outfit, für das ich mich entschieden habe, entspricht überhaupt nicht meinem üblichen Kleiderschrank – und trotzdem finde ich es perfekt. Gerade jetzt für den Spätsommer sind solche Farbexplosionen nochmal ein absoluter Hingucker. An eine Palazzo-Hose habe ich mich bisher noch nie rangetraut, aber in Kombination mit der leichten Bluse ist sie total alltagstauglich.

Da ich nicht der größte Mensch bin und gemusterte Hosen bekanntlich auch gerne mal auftragen, sind die Keilsandalen perfekt um ein bisschen zu strecken. Die warmen Farbtöne lassen sich perfekt mit goldenen Accessoires abrunden. Die gelben Tupfer auf der weißen Bluse passen wunderbar zu den warmen, sommerlichen Farben im Print der Hose, oder etwa nicht?

Zum Abschluss gibt’s noch drei wichtige Tipps, wie ihr Muster kombiniert, ohne dass man gleich denkt, ihr seid unterwegs zur nächsten „Bad Taste“-Party:

  1. Bleibt in einer Farbfamilie: gelbe Tupfer in der Bluse zu ebenfalls warmen Tönen wie Orange, Dunkelrot und Gelb in der Palazzo-Hose
  2. Nicht mehr als zwei Teile mit Print kombinieren. Solltet ihr wie ich bereits Bluse und Hose in verschiedenen Mustern mixen, dann gestaltet den Rest schlicht.
  3. Auf auffälligen Schmuck und Accessoires verzichten – der Look spricht für sich selbst und würde nur einen Karnevals-Look draus machen.

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