Zeig mir, wie du wohnst: Was die Farbgestaltung unserer Wohnung über uns verrät

Zeig mir Deine Wandfarbe und ich sage Dir, wer du bist! Ganz so einfach ist es zwar nicht, aber die farbliche Gestaltung der Wohnung kann dennoch einiges über Charakter und Verhaltensweisen des Bewohners verraten. Jede Farbe hat eine andere Wirkung auf die Psyche eines Menschen und löst unterschiedliche Gefühle und Emotionen in ihm aus. Farben sorgen für eine bestimmte Atmosphäre und verleihen Räumen einen gewissen Charakter. Daher spielen sie eine maßgebliche Rolle dabei, ob wir uns in einem Raum gerne aufhalten und uns wohlfühlen, ob wir dort kreativ sein können oder zur Ruhe kommen. Wer seine Wohnung in einer bestimmten Farbe streichen und dekorieren möchte, sollte sich daher der Wirkung dieser Farbe bewusst sein. Wir haben deshalb Farbexperten nach der Bedeutung und Wirkungsweise verschiedener Farben gefragt. Außerdem verraten sie uns, welche Farben für welche Räume am besten geeignet sind und wie man bestimmte Farben am besten in Szene setzt.


 

#1 Türkis: Malermeisterin Ursula Kohlmann

Wofür steht die Farbe Türkis, was drückt sie aus?

Türkis – der Name kommt von dem Halbedelstein Türkis, der Schutz bieten, vor Gefahren warnen und Erfolg bringen soll. Und Erfolg bringt er auf jeden Fall für ein Sommerfeeling in den eigenen vier Wänden. Hier eignet sich Türkis als Wandfarbe ganz wunderbar. Die Farbe, ein Mix aus Blau und Grün, strahlt die Balance von Naturverbundenheit und Wellness mit einem Hauch von blauem Meer aus. Türkis steht für Originalität und Frische, bringt, wie eine leichte Brise, den Charme des Südens in jeden Raum. Es vermittelt Offenheit, Lebendigkeit und Enthusiasmus, ohne aufdringlich zu wirken. Die Assoziationen mit Urlaub, Sonne und das Baden in einer klaren Lagune fördern die Entspannung und schnelle Erholung in Ihren eigenen Räumen.

Was lässt sich über Menschen sagen, die ihre Wohnung in Türkis gestalten?

Menschen, die Türkis als Wandfarbe wählen, haben eines gemeinsam: sie sind aufgeschlossen, individuell und haben Lust, mal etwas Neues auszuprobieren und frischen Schwung in ihr Leben zu bringen. Sie sind mutig, kreativ, wollen auf keinen Fall zulassen, dass etwas ausdruckslos und zu traditionell wirkt. Wenn alle Zeichen auf Neustart stehen, passt Türkis dazu. Man glaubt, Türkis helfe auch bei Depressionen und fördere die Genesung nach Krankheiten. Türkis gilt als die Farbe des klaren, schöpferischen Ausdrucks, der Gestaltungskraft und der Kommunikation. Individualisten schätzen die vielen Möglichkeiten mit Türkis, in all seinen Schattierungen, spannende Gestaltungen zu zaubern.

Für welchen Raum eignet sich die Farbe besonders oder gar nicht gut?

Türkis lässt sich vielfältig einsetzen. Durch seine luftige Frische eignet es sich, kleine oder dunkle Räume weiter und größer erscheinen zu lassen. Auch als Deckenfarbe öffnet es den Raum nach oben. Durch den Blauanteil wirkt es beruhigend und ist daher auch hervorragend für einen Schlafraum geeignet, ebenso für ein Büro, in dem konzentriert gearbeitet wird. Auch besonders quirligen Kindern tut ein Türkis gut und kühlt unbemerkt aufbrausende Gemüter. Ein kräftiges Türkis ist auch ein toller Blickfang für eine Wand als Highlight und bringt eine kreative Stimmung in jeden Raum. Ein Wellnessbereich mit Türkis als Akzentfarbe und Sie fühlen sich wie in einem Haus am Strand. Nur Vorsicht in einem Badezimmer – Türkis/Grün verändert den Hautton, wenn man sich im Spiegel anschaut, sodass die Schminke möglicherweise etwas zu kräftig ausfällt.

Welche Materialien und Farben passen zu Türkis?

Als Kombination zu Türkis eignen sich ganz hervorragend Natur- und Sandtöne, die das Sommergefühl noch verstärken. Ein Holzboden, ein Sisalteppich oder ein Bambusparkett wirken harmonisch und bringen Wohlfühlatmosphäre. Sehr stylisch zu Türkis, und damit eleganter, ist ein mattes Schwarz oder Anthrazit. Kombiniert mit einem Off White bekommt man schnell ein Karibik-Feeling. Und meine Lieblingsakzente zu Türkis sind Pink und/oder Orange. Je nach Komposition kann Türkis also elegant und klassisch oder modern im Vintagestyle eingesetzt werden. Ungewöhnlich und spannend ist auch die Kombi mit Apfel- oder einem Schlammgrün, genauso wie ein Taupe-Ton sehr gut zu Türkis passt.


 

#2 Grau: Inneneinrichter Maurice Smolik

Wofür steht die Farbe Grau, was drückt sie aus? Grau ist das neue Weiß. Grau steht für Flexibilität, Moderne und Neutralität. Grau ist nicht gleich Grau. Selten ist es nur eine Mischung von Schwarz und Weiß. In der Regel werden Brauntöne eingemischt, die das sonst kühle Grau zu einer warmen Farbe machen. Grau gibt Räumen Tiefe und Eleganz. Je nach Mischverhältnis und Helligkeit wirkt Grau gemütlich und zeitlos. Grau vereint einzelne Einrichtungsgegenstände zu Gruppen und lässt so Räume einheitlicher und durchdachter aussehen. Wichtig ist hier nur, kalte und warme Grautöne nicht zu stark zu vermischen.

Was lässt sich über Menschen sagen, die ihre Wohnung in Grau gestalten?

Wer Grau verwendet, achtet auf Modernität und Zeitlosigkeit zugleich. Deutschland hat genug vom beliebigen, kalten Weiß. Grau erobert seinen Platz. Wände werden mit Grau nicht gleich bunt gestrichen, sondern Wandflächen nur abgetönt. Die Einrichtung bleibt flexibel und man bindet sich nicht an ein Farbkonzept. Trendbewusste Menschen können mit grauen Wänden durch wenige Eingriffe einen neuen Look kreieren. Grau wählen sowohl mutige, als auch vorsichtige Menschen, es unterscheidet sich oft nur in der Helligkeit. Grau lässt sich nicht einordnen wie Rot oder Gelb. Graue Accessoires wie Vorhänge, Teppiche oder Deko wirken beruhigend bei zu intensiv gewählten Farbtönen an den Wänden.

Für welchen Raum eignet sich die Farbe besonders oder gar nicht gut?

Grau ist vor allem in Räumen zu empfehlen, die Tiefe erhalten sollen. Eine graue Wand beruhigt den Raum, verstärkt die Raumform oder definiert einen Rückzugsbereich. In Wohnräumen wirkt ein warmes Grau urban und natürlich zugleich und bildet einen tollen Hintergrund für Möbel und Bilder. In Küchen, Bädern und Fluren darf es ruhig kühler oder dunkler werden, da sie weniger Aufenthaltsräume sind. Hier sorgen Hell-Dunkel-Kontraste für Atmosphäre. Weniger gut passen Grautöne in Schlafräume und Kinderzimmer. Hier wirkt die Farbe oft zu abweisend und drückend. Lediglich ein Beige-Grau-Gemisch, das neue Greige, eignet sich gut für Schlafzimmer - z.B. als 1,2 m hoher umgehender Sockel.

Welche Materialien und Farben passen zu Grau?

Weiß hat sich als Möbelfarbe stark verbreitet. Gerade bei weißen Möbeln wirkt eine graue Wand als Hintergrund sehr edel. Weiße Möbel vor weißen Wänden sehen meistens nicht gut aus. Zu grauen Wänden lassen sich alle Hölzer gut kombinieren und setzen die Holztöne toll in Szene. Hier gilt, je wärmer der Holzton, desto kühler darf das Grau sein. Intensive Farben lassen sich perfekt mit Grau verstärken. Eine gelbe Vase vor grauer Wand leuchtet z.B. nochmal so schön. Auch dunkles Blau oder Petrol sind zu Grau sehr modern. Durch die Neutralität der Farbe lassen sich die Materialien flexibel austauschen und ergeben immer wieder ein neues Bild, ohne langweilig zu wirken. Alte Möbel und Antiquitäten wirken durch graue Hintergründe moderner und wirken stärker als Highlights.


 

#3 Violett: Raumgestalterin für Innenausbau Christine Kalis

Wofür steht die Farbe Violett, was drückt sie aus?

Violett ist eine Mischung aus Rot und Blau, daher bildet sie sozusagen eine Brücke zwischen den beiden Grundfarben. Rot ist eine aktive Farbe und Blau passiv. Sie war früher die Farbe der Herrscher, der Mächtigen, weil die Herstellung sehr aufwändig und teuer war. Als Pastellfarbton, also Violett mit einem hohen Weißanteil, wirkt sie spannungsausgleichend. Sie wirkt leicht, duftig und blumig. Deswegen eignet sie sich auch gut, wie in diesem Fall für das Schlafzimmer. Sie eignet sich überall dort, wo Entspannung, Kontemplation und innere Einkehr gewünscht wird.

Was lässt sich über Menschen sagen, die ihre Wohnung in Violett gestalten und dekorieren?

Menschen, die sich mit Violett umgeben, suchen nach Ausgleich, nach einer inneren Balance. Sie möchten ihre Individualität zum Ausdruck bringen und sind gleichzeitig feinfühlig.

Für welchen Raum eignet sich Violett besonders oder gar nicht gut?

Violett kann gut im Wohnzimmer, Schlafzimmer oder Bad eingesetzt werden. Ob das Violett eher mit viel Weiß oder Schwarz, mit mehr oder weniger Rot angemischt wird, hängt davon ab, wie sich die Nutzer im Raum fühlen wollen, bzw. welche Atmosphäre im Raum erreicht werden soll. Für ein Arbeitszimmer, wo konzentriert

gearbeitet werden soll, eignet sich die Farbe eher weniger. Auch im Esszimmer, welches eher ein „aktiver“ Raum ist, würde ich Violett nicht verwenden.

Welche Materialien und Farben passen zu Violett?

Gut kombinieren lassen sich alle hellen Hölzer, weitere Pastelltöne sowie verschiedene Weißnuancen bis ins Grau. Als Akzent kann mit einem kräftigen Grün, zum Beispiel durch Pflanzen, eine gute Balance im Raum erreicht werden. Dunkles Violett ist die Farbe des Mystischen, des Geheimnisvollen. Dunkles Violett im Raum als Wandfarbe wirkt extravagant und edel. Hier lassen sich gut dunkle Hölzer kombinieren, dunkleres Grau und kräftig in der Haptik. Grobe Wolldecken zum Beispiel. Beigetöne passen hier auch sehr gut, sowie Gold oder Silber, dunkles Grün und Kupfer.


 

#4 Rot: Einrichtungsberater und Raumgestalter Johann Oltmanns-Leimgruber

Wofür steht die Farbe Rot?

Rot ist eine starke Farbe. Sie steht für Leidenschaft und Temperament – im Guten wie im Schlechten – für Liebe, aber auch Hass. Rot steht ebenso für Energie, Wärme und Schutz. In der Astrologie ist Rot die Farbe der Feuerzeichen Widder, Löwe und Schütze. Reines Rot ist eine Farbe, die man nicht übersehen kann und in der man nicht mal eben seine Wände streicht. Wer sich unsicher ist, ob er diesen Energieschub an der Wand länger sehen kann, sollte eine dunklere Abstufung wählen, denn Rot ist auch vielfältig und bietet eine breite Palette an Farbtönen.

Was lässt sich über Menschen sagen, die ihre Wohnung in dieser Farbe gestalten?

Rot muss man nicht nur mögen, man muss es auch aushalten können. Denn in oder mit Rot will man gesehen und wahrgenommen werden. Wer einen Raum in Rot gestalten möchte, braucht schon etwas Mut, denn Rot ist nicht nur eine Farbe von vielen, sondern ein Statement, das ganz klar sagt „Hier bin ich, dies ist mein Platz!“. Entsprechend selbstbewusst und spannend können Bewohner roter Räume sein – mutig, impulsiv, energiegeladen, aber auch raumeinnehmend, dominant und genau wissend, was ihnen gefällt.

Für welchen Raum eignet sich die Farbe besonders oder gar nicht gut?

Mit reinem Rot sollte man auf größeren Flächen wegen der Signalwirkung vorsichtig umgehen, ganz egal, um welchen Raum es sich handelt. Rote Wände können nervös machen oder zumindest dafür sorgen, dass man nicht zur Ruhe kommt, weshalb Rot für Schlafzimmer nicht die erste Wahl ist. Aber: Die Palette der Rottöne ist vielfältig und die Farbe ist in vielen Abstufungen möglich. In dunkleren Tönen kann Rot durchaus auch eine entspannende Wirkung haben. Schön ist Rot als Akzent oder als Blickfang im Raum. Z. B. eine Gruppe von Vasen in verschiedenen Tönen, die den Blick auf sich lenkt, oder rote Kissen. Denn bei Rot ist manchmal weniger mehr.

Welche Materialien und Farben passen zu Rot?

Für Materialien sind hier grundsätzlich keine Grenzen gesetzt. Aber geht man mal von Stoffen aus, ist eine gröbere Struktur immer interessanter als eine glatte. Und ein glänzender Stoff edler als ein matter. Rot lässt sich wunderbar in leicht orientalisch gestalteten Räumen mit den Farben Curry und Gold kombinieren. Aber wie immer bei Rot – man muss es mögen und aushalten. Persönlich würde ich der Farbe Rot immer ruhigere, dunkle Farben und eine entspannte Einrichtung gegenüberstellen – wenige, aber interessante Akzente, die eher durch Haptik oder Ausdruck ansprechen und nicht mit dem Rot konkurrieren, sondern es ergänzen. Und als Tipp: Immer schauen, wie die Farbe im Tageslicht und im elektrischen Licht wirkt. Manchmal ist es überraschend anders als man dachte.


 

#5 Brauntöne: Einrichterin und Interior Stylistin Martina Velmeden

Wofür steht die Farbe Braun / Beige, was drückt sie aus?

Wer „Braun“ und „Beige“ noch als Oberbegriff für deren unendliche Nuancen-Vielfalt benutzt, ist leider beim Schulmalkasten hängen geblieben. Mit etwas Deckweiß und anderen Mischungen waren in der Schule sicherlich einige Variationen möglich, doch meist blieb es trotz unserer wortreichen deutschen Sprache bei maximal zwei, drei weiteren Varianten namens Hell- und Dunkelbraun oder Hautfarben für Beige. Die Vielfalt und Kombinationsmöglichkeiten von „Braun“ heißen heutzutage je nach Hersteller jedoch Salvador, Tribe, Mocca, Massai, Truffle, Mule, Bisquit, Bracket - die Namen machen doch Lust, entdeckt zu werden, oder?

Welche Materialien und Farben passen zu Brauntönen?

Einige Interior Designer bezeichnen dunkles Braun als die Diva unter den Farben. Sinnlich sind die Nuancen zweifellos. Doch dunkel ist nicht gleich dunkel. Subtile und je nach Material unterschiedlich beschaffene Texturen (gebeizt, hochglänzend lackiert, gebürstet, matt etc.) sorgen für Vielfalt und Spannung fürs Auge. Die Variations- und Kombinationsmöglichkeiten sind daher unendlich: kolonial oder afrikanisch anmutend mit strahlendem Weiß, edel mit Creme- und Taupetönen, lebendig mit frischen Farben wie Koralle oder Aqua, japanisch beruhigend mit Violett. In Kombination mit sanften „Beige“- und abgestuften „Braun“-Tönen sowie mit strukturstarken Materialien, wie natürlich gegerbtem Leder, echtem Fell, edlem Samt, gebeiztem Holz,

schimmernder Seide oder griffigem Leinen wird „dunkles Braun“ ein sinnliches Erlebnis für Auge und Tastsinn. Mit Silber und Glas wirkt es elegant, modern und lebendig. Mit Bronze und Gold wertvoll und mondän. Und ganz von alleine stellt sich hier der schöne Effekt ein, dass sich meist Naturmaterialien zu Naturmaterialien gesellen.

Für welchen Raum eignen sich Brauntöne besonders oder gar nicht gut?

Inzwischen haben Espressobraun & Co längst auch Wände und Böden erobert. Vorreiter waren die Belgier, die es perfekt verstehen, behagliche Wohnräume in dunklen Tönen zu gestalten. Räume, die sehr anziehend und einladend wirken, die man nur ungern wieder verlässt. Deren Ausstrahlung ultimative Geborgenheit verbreitet. Also ganz sicher das, was wir in Herbst und Winter besonders gerne haben. Für Holzböden eignet sich bei Räumen mit viel Tageslicht Nussbaum sowie Wenge oder sogar Räuchereiche. Bei naturfarbenem Holz- oder Fliesenboden gestalten dunkle, florige Teppiche optisch einen Raum im Raum, sorgen für spannenden Kontrast und laden zum Barfußlaufen ein. Ein dunkler Boden (Holz, Feinsteinzeug, Keramikfliesen etc.) wird auch im Bad für mehr optische Behaglichkeit sorgen als es zum Beispiel der vielgeliebte weiße Fliesenboden vermag. Grundsätzlich gibt es bei keinem Raum, egal ob klein, groß, eher lichtarm oder lichtdurchflutet eine ausdrückliche Empfehlung, auf „Braun“ und „Beige“ zu verzichten. Ob Sie nun den schicken amerikanischen Ostküstenstil lieben oder eher den Kolonialstil möchten, chinesisch opulentes Design oder den Clean Nordic Chic der Skandinavier. Sparsam platzierte Objekte und Möbel z.B. in Espresso sind eindeutig die wohnlichere Alternative zu kontrastreichen Experimenten in Schwarz. Auch wenn es „nur“ ein Fotorahmen sein soll. Die oben beschriebene Nuancenvielfalt und deren Potential, Räumen immer wieder einen anderen Charakter oder Aussage zu verleihen, reduziert die Antworten eher auf das, was Sie persönlich lieben als auf das, worauf Sie grundsätzlich verzichten sollten.

Zu guter Letzt ein Tipp: Prüfen Sie neue Materialien, besonders in der Farbpalette der Brauntöne, sowohl bei Tages- als auch bei Kunstlicht. Nicht jeder mag es, wenn sich abends bei Kunstlicht ein Rotton im Holz zeigt, das tagsüber noch ein sattes Espressobraun hatte.


 

#6 Grün: Malermeister Marc Kecker

Wofür steht die Farbe Grün, was drückt sie aus?

Die Farbe Grün steht in erster Linie für Themen wie Natur und Vegetation, aber auch für das Leben generell. In unseren Breitengraden werden mit Grün Begriffe wie Frühling, Frische, Zuversicht und Hoffnung verbunden. Grün symbolisiert Gesundheit, Heilung und Jugend (Bio). Bei Grün denken wir an saftige Bergwiesen oder an den Blick über grüne Wälder.

Was lässt sich über Menschen sagen, die Ihre Wohnung in Grün gestalten?

Grün als Farbe der Natur wird gerne von Menschen eingesetzt, die sich ein natürlicheres Umfeld wünschen. Gerade in unserem urbanen Leben mit viel Lärm, Stress und Beton lässt sich so ein Stück Natur in die eigenen vier Wände holen. Wer Grün mag, setzt auf Ruhe und Erholung, sucht auch ein Stück Behaglichkeit und Geborgenheit. Ein Raum in einem schönen Lindgrün vermittelt uns dieses Gefühl, so als säße man in einem Nest aus Pflanzen. Die Wirkung der Farbe Grün ist natürlich auch von ihrer Farbnuance abhängig. So steht ein frisches Maigrün für Jugendlichkeit und Frische, dagegen hat ein dunkles, erdiges Grün eher eine konservative Note.

Für welchen Raum eignet sich die Farbe besonders oder gar nicht gut?

Da Grün eher zu den kühleren Farben gehört, lässt es sich sehr gut im Schlafzimmer einsetzen. Es beruhigt und hilft uns, in den Schlaf zu kommen. Auch Kinderzimmer lassen sich sehr gut mit Grün gestalten und dekorieren. Ein natürlicher Ruhepol zum oft hektischen Alltag. Grün unterstützt bei der Konzentration, was bei den Hausaufgaben sicherlich nicht das Schlechteste ist. Bei Wohnbereichen kommt es sehr auf den Schwerpunkt der Nutzung an. Wer in seinem Wohnzimmer eher Ruhe und Entspannung nach einem schweren Arbeitstag sucht, trifft mit einem Grünton die richtige Wahl. Wer sich lieber mit seinen Freunden austauschen möchte und Anregungen sucht, sollte lieber einen anderen Farbton wählen. Mit Grün lässt sich auch sehr schön das eigene Home-Office gestalten. Je nach Tätigkeit wird mit Grün die Konzentration gefördert und die Leistungsfähigkeit gesteigert. In Küche oder dem Essbereich sollte Grün nur in hellen Farbnuancen eingesetzt werden. Im Bad sind frische Petroltöne als Deko eine gute Wahl.

Welche Materialien und Farben passen zu Grün?

In Kombination mit Grüntönen lassen sich alle natürlichen Materialien, vor allem Holz, sehr schön einsetzen. Gedeckte Grüntöne in Verbindung mit hellen Hölzern haben eine natürlich frische Optik. Dementsprechend lassen sich auch Brauntöne sehr gut kombinieren. Aber auch natürliche Weißtöne, z.B. Wollweiß bieten harmonische Kontraste. Das könnten Pflanzen aber auch entsprechende Stoffe sein. Spannender ist die Kombination frischer Grüntöne mit Orange oder Violett/Flieder. Dabei sollte man aber immer auch ein neutrales Weiß mit kombinieren. Auch Silber und vor allem Gold sehen bei gedeckten, dunkleren Grüntönen sehr gut aus. So bietet ein goldener Spiegel- oder Bilderrahmen einen tollen Kontrast auf einer dunkelgrünen Wand. Zu gedeckten Grüntönen passen auch immer erdige Rottöne, bzw. dunkles Terracotta. Diese Töne sollten zwar immer dezent eingesetzt werden, z.B. als Dekostrich oder als Kissen, bieten dafür aber immer einen anregenden Kontrast. Wer das Feeling und die Frische von Meer oder Karibik sucht, kann Grün mit verschiedenen Aqua- und Blautönen kombinieren. Das funktioniert im Badezimmer ganz gut und lässt einen morgens direkt richtig durchatmen.


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