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Modeglossar

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Lycra

Was Sie über das Dehnwunder Lycra wissen müssen

Kein Stoff, einzig eine Faser – aber was für eine! Alleine eignet sich Lycra nicht zur Stoffherstellung. Aber in geringer Beimischung zu Naturfasern wie Baumwolle ergänzt, hilft die Kunstfaser, deren mangelnde Elastizität und den Tragekomfort zu erhöhen. Ursprünglich ein Ersatz für formerhaltenden Kautschuk in Stoffen, ist Lycra seit 1958 dank dauerhafter Formbeständigkeit eine feste Größe in der Modebranche. Erfahren Sie mehr!

 

Was ist Lycra?

Hinter dem Produkt mit dem Eigennamen Lycra des Herstellers INVISTA verbirgt sich die Industriefaser Elasthan. Diese besteht aus Polyurethan und Polyethylenglykol. Die Kombination aus recht steifen, stabilen Elementen des Urethan und den zusammengeknäulten leicht streckbaren Glykol-Einheiten ergibt die hoch formstabile und zugleich bis zu 700 % dehnbare Kunstfaser Lycra.

 

Was sind die Eigenschaften von Lycra?

Knitterfrei und schnell trocknend, weich und leicht, formstabil und extrem dehnbar – Lycra zeigt sich als pflegeleichter Alltagsbegleiter. Stärker und haltbarer als Gummi erhält die Faser vor allen Dingen eng anliegende Kleidung wie modische Leggins lange schön. Lycra lässt sich uneingeschränkt farbig herstellen und punktet mit einer lang anhaltenden Farbintensität. Im Gegensatz zu anderen Kunstfasern lädt sich Lycra nicht statisch auf und leidet nicht unter dem sogenannten Pilling – dem Verfilzen der Fasern. Je nach Textilmischung können Pflegeangaben für Bekleidungsstücke mit Lycra unterschiedlich ausfallen. Stets sollten Sie jedoch auf die Verwendung eines Weichspülers verzichten, um die besonderen Eigenschaften von Lycra nicht zu beeinträchtigen.

 

Wie wird Lycra hergestellt?

Geburtsorte der Kunstfaser Lycra sind Industrieanlagen, in denen zu 95 % das sogenannte Trockenspinnverfahren zur Produktion angewendet wird. Ein aufwendiger Vorgang von unterschiedlichen chemischen Prozessen ergibt schließlich eine dünnflüssige Spinnlösung, die zunächst in Stränge verwandelt wird. Diese werden erhitzt und mit Stickstoff versehen. Das macht die fertigen Fasern belastbar und langlebig. Zunehmend wird die Produktion steigenden Umweltansprüchen gerechter. Während Baumwolle horrende Mengen an Wasser zur Produktion benötigt und Böden auslaugt, streben innovative Hersteller von Lycra Bekleidung zusehends ein geschlossenes Kreislaufsystem an – inklusive Rückgabe der Kleidung zwecks Recycling. Das geschieht jedoch nicht so häufig, da diese Produkte eine besondere Langlebigkeit und Beliebtheit beim Kunden verzeichnen können. 2014 kündigt der Hersteller INVISTA ein biobasiertes Lycra an, das zu 70 % aus Dextrose aus Mais hergestellt wird.

 

Warum wird Bekleidung mit Lycra bei Sport und im Outdoor verwendet?

Im Vergleich zu früheren Bademoden überzeugen Produkte mit Lycra Beimischung durch extrem leichte und dünne Beschaffenheit. Badeanzüge, Bikinis, Badehosen und Co. bleiben selbst bei besonderen Aktivitäten im Leistungssport dank guter Passform und Elastizität am gewünschten Platz. Extremsportler beim Klettern, Snowboard-Fahren und Jagen nutzen die zuverlässige Bekleidung aus dem leistungsfähigen Gewebe. Besonders im witterungsabhängigen Outdoor-Bereich profitiert Bekleidung mit Lycra von der Eigenschaft, schnell zu trocknen. Körperschweiß wird nach außen transportiert und ebenso wie Regenwasser an die Luft abgegeben, während sich verschwitzte Baumwoll-Bekleidung lange feucht und unangenehm anfühlt. Dank Lycra bleibt der Körper warm und trocken. Der Vorteil, nicht zu knittern, verschafft Bekleidung mit Lycra Fasern selbst im kleinsten Eckchen eines bereits vollen Koffers oder Rucksacks noch einen Platz zur Mitreise.