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Modeglossar

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Plissee

Stehen Sie zu Ihren Falten! Das Comeback des Plissee

Was wir auf unserer Haut gar nicht gern entdecken, ist bei diesem Stoff ein Muss: Falten. Klein, fein und in regelmäßigen Mustern angebracht, verleihen sie vor allem Röcken, aber auch Kleidern und Oberteilen sofort einen noblen Chic. Erfahren Sie hier alles über die Herkunft, die Eigenschaften und die Herstellung des Plissee – Stylingtipps inklusive.

 

Was genau bedeutet eigentlich Plissee?

Plissee kommt von dem französischen Wort ‚plisser‘, einem Verb, das auf Deutsch soviel wie 'etwas falten' oder 'in Falten legen' bedeutet. Die Franzosen verwenden es auch für das Stirnrunzeln (plisser le front). Und für alle, die es ganz genau wissen möchten: Plissée ist das weibliche Partizip Perfekt des Verbs, bedeutet also 'gefaltet'. Weiblich ist es deswegen, weil es meistens in der Kombination jupe plissée (Faltenrock) verwendet wird, und jupe – der Rock – ist im Französischen nun einmal weiblich.

 

Wie wird Plissee hergestellt?

Es gibt in der Textilbranche mehrere Arten von Plissee, die auch unterschiedlich hergestellt werden. Während bei der einen Variante die Falten bereits bei der Herstellung des Stoffes eingearbeitet werden, entsteht die andere – häufiger anzutreffende – Faltentechnik auf dem bereits fertigen Material.

Stoff, der von vornherein gefaltet ist, kann gewebt, gestrickt oder mit einer Kettenwirkmaschine gewirkt werden. Jede dieser Herstellungsmethoden ist recht aufwendig und erfordert eine bestimmte ausgefeilte Technik. Zur Herstellung großer Mengen von Plissee-Stoff eignet sich deshalb vor allem die Methode des Plissierens. Bei diesem chemisch-technischen Verfahren wird ein glatter Stoff mit bestimmten Materialien (unter anderem Kunstharz) behandelt, in Falten gelegt und dann unter Einwirkung von feuchter Hitze gepresst. Dieser Prozess erfolgt heute vollautomatisch. Dauerhafte Falten sind allerdings nur bei synthetischen Fasern, zum Beispiel Polyester, möglich. Naturfasern wie die Baumwolle würden sich nach dem Waschen wieder glätten.

 

Welche Eigenschaften hat Plissee?

Da es sich bei den meisten Plissee-Stoffen um synthetische Materialien handelt, können diese je nach der Verwendungsart mit verschiedenen Eigenschaften versehen werden. Die Tatsache, dass Plissee unter anderem in unterschiedlichem Maße transparent, reflektierend und isolierend gestaltet werden kann, macht es auch im Bereich der Raumtextilien zu einem sehr beliebten Material.

Für die Mode dürfte es hingegen vor allem eine Rolle spielen, dass Plissee ein sehr leichter, filigran wirkender Stoff ist. Außerdem lässt es sich hervorragend einfärben und bedrucken, was für ausgefallene Muster sorgt. Aufgrund der Falten sollten Kleidungsstücke aus Plissee jedoch vorsichtig gewaschen werden – und dass sie nicht gebügelt werden dürfen, versteht sich sicherlich von selbst.

 

Seit wann gibt es eigentlich Plissee?

Plissee war zuletzt in den 1980er Jahren schwer in Mode, aber gefaltete Stoffe sind keinesfalls eine Erfindung der Neuzeit. Wenn Sie sich einige alte Gemälde aus der Renaissance anschauen, werden Ihnen, vor allem bei den Porträts wohlhabender Leute, die großen, fein gefalteten Halskrausen auffallen. Und in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts wurden lange, schmal geschnittene Faltenröcke vor allem von jungen Damen gern getragen. Damals wurden die Stoffe allerdings noch von Hand plissiert.

 

Was macht Kleider und Röcke mit/aus Plissee zum Must-Have?

Seit dem Frühjahr 2014 ist Plissee wieder ganz stark im Kommen und auf den Laufstegen aller namhaften Designer anzutreffen. Plissee zu tragen heißt also, auf der Höhe der Zeit zu sein. Aber einmal ganz abgesehen davon bietet dieses schmetterlingsleichte und vielfarbige Tuch jede Menge Vorteile, die es zu einem Must-Have machen.

Plissee fällt aufgrund seiner Leichtigkeit immer weich und schwungvoll und deshalb unglaublich feminin. Vor allem bei einer Länge unterhalb des Knies unterstreichen Plissee-Röcke und -Kleider die Vorzüge ihrer Trägerin. Da viele Röcke aus Plissee mit einem einfachen, elastischen Bund gehalten werden, sind sie bei aller Eleganz unglaublich bequem. Apropos Eleganz: Kaum ein Rock ist so wandelbar wie der Plissee-Rock. Tagsüber wirkt er mit einem schlichten T-Shirt immer angemessen, mit High Heels und einer schicken Bluse eignet er sich jedoch auch hervorragend für die Abendgarderobe.

 

Wozu und wie trägt man Plissee am besten?

Plissee lässt sich auf ganz verschiedene Weisen kombinieren und eignet sich deshalb für Alltag, Beruf und Abendveranstaltungen gleichermaßen. Wichtig ist bei der Wahl des Oberteils jedoch, dass es einen Kontrast zum weiten, schwungvollen und superfemininen Plissee-Rock bildet. Sonst besteht die Gefahr, dass das Outfit insgesamt zu mädchenhaft wirkt. Außerdem könnte ein ebenfalls weites Oberteil wie zum Beispiel eine flatternde Tunika die Trägerin völlig zu Unrecht etwas plump aussehen lassen. Schlichte, eng anliegende, einfarbige Tops oder T-Shirts hingegen unterstreichen die Wirkung des Plissees. Für den Abend darf es ruhig eine Seidenbluse sein, bei kühlerer Witterung passt auch eine kurze und fein gearbeitete Strickjacke gut dazu.

 

Plissee – mehr als nur mädchenhaft?

Das Klischee, dass Plissee mädchenhaft wirkt, rührt vielleicht daher, dass viele Frauen von heute in den 80ern, als sie noch Mädchen waren, von ihren Müttern in Plissee-Röcke gesteckt wurden – denn die waren damals einfach schrecklich in. Dieses Image wird dem Plissee jedoch nicht gerecht. Wichtig ist allerdings, dass Sie bei der Zusammenstellung Ihres Outfits auf die Farben achten. Der Plissee-Rock wird immer im Mittelpunkt Ihrer Garderobe stehen und die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Stark gemusterte Oberteile könnten daher zu einer optischen Überladung führen und dadurch eine mädchenhafte Wirkung hervorrufen. Aus demselben Grund sollten Sie versuchen, in Kombination mit Ihrem Plissee-Rock nicht ausschließlich romantische Farben wie Rosa, Flieder oder Apricot zu tragen. Seien Sie ruhig beherzt bei der Zusammenstellung. Ein weißer Plissee-Rock zu einer Jeansbluse zum Beispiel ist unglaublich sexy und sieht kein bisschen nach kleinem Mädchen aus.