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Modeglossar

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Polyamid

Polyamid – lernen Sie die älteste Kunstfaser von ihrer interessanten Seite kennen

Es glich einer Revolution am Modemarkt, als 1939 in den USA hochstrapazierfähiges Polyamid unter dem Warennamen Nylon die empfindsamen und teuren Natur-Seidenstrümpfe mehr als nur ersetzte. Längst hat sich die Industriefaser viele weitere Produktfelder der Bekleidung erobert. Ob "solo" oder in Verbindung mit anderen Fasern –

Polyamid macht eine gute Figur.

 

Was ist Polyamid?

Polyamid-Fasern sind die ersten Kunstfasern, die effektiv und brauchbar in der Bekleidungsindustrie eingesetzt werden konnten – sozusagen die "Großmutter aller Mode-Kunstfasern". Der sehr regelmäßige chemische Aufbau ermöglicht die Herstellung eines extrem feinen und gleichmäßigen Fadens. Als Vertreter der Thermoplasten ist Polyamid leicht schmelz- und formbar und trotzdem ausgesprochen reißfest.

 

Was sind die Eigenschaften von Polyamid?

Für die Modeindustrie ist die leichte Einfärbbarkeit eines Polyamid-Fadens von großer Bedeutung. Nicht umsonst waren die kunterbunten 70er Jahre ohne Polyamid kaum denkbar. Hochstabil und elastisch wie bei den Federbällen des beliebten Familienspiels lässt sich Polyamid in nahezu alle Formen geben. Hauchdünn hergestellt und verwebt schenkt Polyamid streichelweiche, pflegeleichte und atmungsaktive Stoffe wie Mikrofaser für Handtücher und Bettwäsche. Polyamid kann keine Feuchtigkeit aufnehmen. Bei Funktionswäsche im Sport- und Outdoor-Bereich wird Körperfeuchtigkeit durch die kleinen Poren im Gewebe abgegeben. Bei der Vermischung mit Naturfasern, übernehmen diese den Feuchtigkeitsaustausch an die Luft.

 

Wie wird Polyamid hergestellt?

Als Industriefaser entsteht Polyamid in den Werken großer Hersteller wie BASF, DuPont, Bayer und Hoechst. Mittels Polykondensation aus zwei Feststoffen, Hexamethylendiamin und Adipinsäure, entsteht eine zähflüssige Schmelze. Daraus lassen sich Nylon-Fäden in jeder Stärke ziehen. Polyamid 6, das bekannte Perlon, entsteht aus der chemischen Reaktion von e-Caprolactam mit wenig Wasser.

 

Wodurch zeichnet sich Polyamid aus?

Leichter als Seide, dabei elastisch und auch im nassen Zustand äußerst reißfest, sind Polyamid-Gewebe nahezu knitterfrei und absolut mottensicher. Einerseits extrem abriebfest und formstabil zeigt sich Polyamid recht empfindlich im Kontakt mit Bügeleisen und Trockner, Deodorant, Bleiche, Fleckenentferner und Sonnenlicht.

 

Wo kommt Polyamid zum Einsatz?

Sport- und Funktionsbekleidung, hauchdünne Damenstrümpfe und Dessous sowie die populäre Mikrofaser-Bettwäsche und Reinigungstücher beinhalten die stabile Industriefaser. Kaum eine andere Faser kann so viele Anwendungsgebiete vorweisen wie Polyamid. Neben der Modebranche finden wir Polyamid bei der Herstellung von Angelschnüren, Fischernetzen, Fallschirmen, Tennisschläger-Bespannungen, Insektennetzen und Federbällen. Weniger bekannt ist der erfolgreiche Einsatz bei Knochenprothesen, Getriebeteilen und Zahnrädern. Lack- und Klebstoff-Herstellung nutzen ebenfalls die herausragenden Eigenschaften von Polyamiden.

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